Unser Haus ist fertig

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Unser Haus ist fertig

Es ist endlich geschafft! Die vergangenen Wochen waren wirklich sehr stressig, aber es hat sich gelohnt.

So schön haben wir es uns immer vorgestellt!

Nachdem die Liste der noch offenen Punkte eine überschaubare Länge erreicht hatte, war es Zeit für den Abnahmetermin mit Herrn Schrandt. Wir wollten so gut wie möglich vorbereitet sein und vorher einen umfassenden Überblick über die Mängel und noch zu erledigenden Dinge erhalten. Daher beschäftigte sich Verena die Mittage davor mit dem Putzen von Fenstern, Fliesen und Badarmaturen. Alles, was uns dabei aufgefallen war, wurde im Ticketsystem festgehalten und mit dem entsprechenden Zimmer im Haus und dem zuständigen Gewerk getagt. So hatte man stets eine Übersicht, wo etwas von wem noch zu machen war.

Vor der Abnahme an sich hatten wir schon etwas Respekt, weil sich zu diesem Zeitpunkt rechtlich einiges ändert (Stichwort "Beweislastumkehr").  Außerdem hatten wir selbst keine Lust im Nachhinein mit einer langen Liste unentdeckter Mängel nachkarten zu müssen. Unser Wunsch war also, dass alle Handwerker bestenfalls nur noch einmal kommen müssen, um das Abnahmeprotokoll abzuarbeiten. 

Wir hatten für den Termin eine Liste der Mängel nach Stockwerken und Zimmern gruppiert angefertigt und gingen damit gewappnet vom Spitzboden bis Erdgeschoss alle Zimmer des Hauses durch. Unterstützt wurden wir dabei von unserem Sachverständigen des BSB, Herrn Bockstiegel, was uns eine große Hilfe und nicht zuletzt seelische Unterstützung war. Die Stimmung war die ganze Zeit über sehr angenehm, gewürzt mit lustigen Anekdoten der beiden Herren (z.B. die Dachrinnengeschichte von Herrn Bockstiegel) aus ihrer langjährigen Bautätigkeit. Was mir persönlich am Besten gefiel, war die stets faire und objektive Diskussion der von uns angezeigten Mängel durch Herrn Bockstiegel und Herrn Schrandt. Im Endeffekt blieben wir auf keinem Fehler sitzen und die für uns wichtigen Punkte landeten auch im Protokoll. Besonders vor der Diskussion wegen vermeintlich mangelhafter Fensterscheiben (durch Fehler im Glas oder Scheibenzwischenraum bzw. Kratzer aus der Bauphase) hatten wir etwas Bammel. Es gibt eine Verbandsrichtlinie zur Beurteilung der Glasqualität, die die Schwelle eines danach mangelhaften Fensters schon hoch ansetzt. Trotzdem gab es ein paar Scheiben, die wir nur ungern akzeptiert hätten (auch wenn sich vieles davon über die Zeit "wegguckt"). Wir hatten uns also im Vorfeld genaue Gedanken gemacht, womit wir wohl zukünftig leben könnten und woran wir uns tatsächlich immer wieder stören würden. Unser Sachverständiger hatte uns dafür im Vorfeld ein paar Bewertungsgrundlagen genannt, nach denen wir uns orientieren sollten (Mangel muss aus gewissem Abstand zu sehen sein, im direkten Blickfeld sein, eine gewisse Größe haben usw.). Schlussendlich trafen wir uns bei den akzeptierten Scheibenmängeln in der Mitte und wir waren sehr zufrieden mit dem Endergebnis.

Nach Abschluss der Abnahme bekamen wir das Protokoll noch einmal zur Durchsicht gereicht, während der Bauzylinder durch "unseren" Zylinder ausgetauscht wurde. Auch maß Herr Schrandt die Restfeuchte im unteren Wandbereich in Erd- und Dachgeschoss und bescheinigte uns ein überraschend trockenes Haus. Die technische Trocknung und Lüftung dreimal am Tag hatte sich also voll gelohnt! Zuletzt unterschrieben alle das Protokoll und im nächsten Augenblick waren wir mit einem unbeschreiblichen Gefühl der Erleichterung, aber auch etwas müde und erschöpft, allein in unserem Haus. 

Die nächsten Wochen waren geprägt durch den Umzug und diverse Handwerkerbesuche, die das Abnahmeprotokoll stückweise schrumpfen ließen. Den Blog werde ich nun um die noch fehlenden Artikel bis zur Abnahme ergänzen und ggf. noch einen Beitrag zum Scheibentausch ergänzen. Hier könnte es evtl. doch noch einmal spannend werden. ;-)