Aufheizphase & Bautrocknung

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Aufheizphase & Bautrocknung

Eine Kneippkur für unser Haus.

Einer der beiden Bautrockner

Fachmännische Vergrößerung des standardmäßigen 6l-Gefässes

Nachdem die Hausanschlüsse endlich gelegt wurden, die Heizung montiert und der Elektriker den Verteilerkasten samt erster Steckdosen installiert hatte, konnte die Estrichtrocknung mit nur ein paar wenigen Wochen Verzögerung starten. Hierbei folgt die Gastherme einem fest definierten Heizprotokoll und heizt nach einer ersten Aufwärmphase von ca. drei Tagen den Estrich in 5° C-Schritten langsam bis zu einer maximalen Vorlauftemperatur (nicht gleich Raumtemperatur) von 48° C auf. Diese Temperatur wird ein paar Tage gehalten und schließlich die Temperatur in ähnlichen Schritten wieder runtergefahren. Dies hat zum einen den Sinn, den Estrich bis zu einem gewissen Maximum aufzuwärmen und so auszudehnen, damit sich Sollbruchstellen (an Scheinfugen unterhalb späterer Türen z.B.) öffnen können und die generelle Belastbarkeit des Bodens getestet wird. Ein Nebeneffekt dieser Aktion ist nicht (wie man meinen könnte) ordentlich Schotter in die Kassen der Stadtwerke zu spülen, sondern die noch im Estrich und Rest des Hauses verbliebene Feuchtigkeit freizusetzen, damit diese herausgelüftet werden kann. Beim Bau eines Hauses werden mehrere 1000 Liter Wasser durch Mörtel, Putz, Estrich und vielleicht sogar Regen eingebracht, die nun mühsam hinaus befördert werden müssen. Man könnte zwar versuchen dies durch häufiges Stoßlüften zu bewerkstelligen, aber das gelingt nur sehr schwer bis gar nicht.

Unser Bauleiter Norbert rief mich während der Trocknungsphase an und legte den Einsatz eines oder mehrerer Bautrockner ans Herz. Diese Investition war von uns zwar nicht vorgesehen und budgetiert worden, aber sie stellte sich nach dem Studium einiger Artikel zu dem Thema als kostengünstiger heraus als die Feuchte über die normale Heizung über die nächsten Monate hinauszuheizen. Ein kurzer Anruf bei der Firma Rentas und am Abend konnte ich zwei Bautrockner in Empfang nehmen, die ich zentral im Erd- und Dachgeschoss aufstellte. Der Betrieb war denkbar einfach. Sobald der Wasserkanister voll war, schaltete sich der Trockner automatisch ab und der Behälter musste geleert werden. Durch das offene Treppenhaus war das für den oberen Bautrockner öfter der Fall als beim unteren. Es war schon etwas erschreckend und faszinierend, wie viel Wasser in nur ein paar Stunden Einsatz aus dem Haus gekippt werden konnte. Ein aufgestelltes Hygrometer verzeichnete bald ein deutliches Absinken der relativen Luftfeuchtigkeit. Wir mussten aufgrund der beschränkten Behältergröße mehrmals am Tag zum "Entwässern" zum Haus und lüfteten während dieser Zeit auch nochmal kräftig durch. Über eine Handyapp konnten wir einschätzen, ob sich das Lüften bei den aktuellen Innen- und Außentemperaturen und Luftfeuchtigkeiten überhaupt lohnt. Da kalte Luft insgesamt weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme, war dies eigentlich immer der Fall. So beförderten wir dreimal am Tag die gesättigte warme Luft aus dem Haus und tauschten sie gegen kühle frische Luft aus, die dann wieder ordentlich hochgeheizt wurde und so wieder Feuchtigkeit aufnehmen konnte. Unsere Profi-Bautrockner hatten übrigens einen praktischen Schraubanschluss für den Dauerbetrieb an einem Ablaufschlauch. Ein kurzes Stück Gartenschlauch drangebastelt und schon konnten die Geräte rund um die Uhr ihren Dienst verrichten.